Wasserdicht oder wasserabweisend – was ist der Unterschied?
Wer nach einer neuen Tasche oder einem neuen Rucksack sucht, stößt früher oder später auf die Begriffe „wasserdicht“ und „wasserabweisend“. Viele Hersteller verwenden diese Bezeichnungen im Marketing beinahe gleichbedeutend – tatsächlich gibt es jedoch erhebliche Unterschiede.
Gerade beim Wandern, Reisen, Kajakfahren, Stand-Up-Paddling oder anderen Outdoor-Aktivitäten kann die Wahl zwischen einer wasserabweisenden und einer wasserdichten Tasche darüber entscheiden, ob Kleidung, Elektronik und persönliche Gegenstände trocken bleiben.
Doch wann ist eine Tasche wirklich wasserdicht? Reicht ein wasserdichtes Material aus? Und welche Rolle spielen Verarbeitung, Verschlüsse und Schutzklassen? In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Unterschiede und zeigen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Wasserabweisend bedeutet nicht wasserdicht
Eine wasserabweisende Tasche kann leichte Feuchtigkeit, Spritzwasser oder einen kurzen Regenschauer abhalten. Das Material nimmt Wasser nicht sofort auf, sodass Feuchtigkeit zunächst von der Oberfläche abperlt.
Bei stärkerem Regen, längerem Kontakt mit Wasser oder sogar beim Eintauchen stößt eine wasserabweisende Konstruktion jedoch schnell an ihre Grenzen. Nähte, Reißverschlüsse und andere Schwachstellen können Wasser eindringen lassen.
Für den täglichen Weg zur Arbeit oder kurze Outdoor-Aktivitäten kann ein wasserabweisender Rucksack ausreichend sein. Wer jedoch regelmäßig bei schlechtem Wetter unterwegs ist oder Wassersport betreibt, sollte genauer hinschauen.
Wann ist eine Tasche wirklich wasserdicht?
Eine Tasche gilt erst dann als wirklich wasserdicht, wenn nicht nur das Material selbst, sondern die gesamte Konstruktion das Eindringen von Wasser verhindert.
Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- das verwendete Material
- die Verarbeitung der Nähte
- die Verschlusstechnik
- die Schutzklasse des Produkts
Ein wasserdichtes Material allein macht also noch keinen wasserdichten Rucksack.
Das Material ist nur ein Teil der Gleichung
Moderne Outdoor-Taschen werden häufig aus Materialien wie PVC, TPU oder Cordura® gefertigt.
PVC
PVC-beschichtete Gewebe sind äußerst robust und vollständig wasserundurchlässig. Sie werden seit vielen Jahren für wasserdichte Taschen, Schlauchboote und andere Outdoor-Produkte verwendet.
TPU
TPU (Thermoplastisches Polyurethan) bietet ebenfalls einen hervorragenden Schutz gegen Wasser. Gleichzeitig ist es oft leichter und flexibler als klassische PVC-Konstruktionen.
Cordura®
Cordura® ist vor allem für seine außergewöhnliche Abriebfestigkeit bekannt. In Kombination mit wasserdichten Beschichtungen entsteht ein Material, das sowohl robust als auch wetterfest ist und sich besonders für anspruchsvolle Outdoor-Einsätze eignet.
Warum wasserdichtes Material allein nicht genügt
Selbst wenn das Gewebe zu 100 % wasserdicht ist, kann Wasser an anderen Stellen eindringen.
Ein typisches Beispiel sind herkömmliche Nähte. Jede Nadel erzeugt kleine Öffnungen im Material. Werden diese nicht speziell versiegelt oder durch andere Fertigungstechnologien ersetzt, können sie zu Eintrittspunkten für Feuchtigkeit werden.
Aus diesem Grund setzen hochwertige wasserdichte Taschen häufig auf verschweißte Konstruktionen statt auf klassische Nähte. Viele Zulupack® Modelle werden mit Hochfrequenz-Schweißtechnologie gefertigt, um die Wasserdichtigkeit der Konstruktion zu maximieren.
Die Schutzklasse ist entscheidend
Wer wissen möchte, wie gut eine Tasche tatsächlich gegen Wasser geschützt ist, sollte auf die angegebene IP-Schutzklasse achten.
Diese Schutzklassen geben an, wie gut ein Produkt gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt ist. Besonders bei Outdoor- und Wassersportausrüstung sind sie ein wichtiger Anhaltspunkt.
Eine ausführliche Erklärung der verschiedenen Schutzklassen finden Sie in unserem FAQ-Bereich:
Auch der Verschluss spielt eine wichtige Rolle
Neben Material und Verarbeitung beeinflusst auch die Art des Verschlusses die Wasserdichtigkeit einer Tasche erheblich.
Besonders verbreitet sind:
- Rolltop-Verschlüsse
- wasserdichte Reißverschlüsse
- klassische Reißverschlüsse
Je nach Konstruktion kann derselbe Stoff völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Deshalb sollte die Wasserdichtigkeit immer als Zusammenspiel von Material, Verarbeitung und Verschlusssystem betrachtet werden.
Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Systeme haben und warum viele Outdoor-Enthusiasten auf Rolltop-Lösungen setzen, erfahren Sie in unserem Artikel Rolltop-Rucksack oder Reißverschluss – Welche Lösung ist besser?
Fazit
Der Unterschied zwischen „wasserabweisend“ und „wasserdicht“ ist größer, als viele vermuten.
Ein wasserabweisendes Material schützt vor leichter Feuchtigkeit und kurzen Regenschauern. Wer jedoch bei längeren Outdoor-Aktivitäten unterwegs ist oder seine Ausrüstung beim Kajakfahren, SUP, Segeln oder Wandern zuverlässig schützen möchte, sollte auf eine wirklich wasserdichte Konstruktion achten.
Dabei zählen nicht nur PVC-, TPU- oder Cordura®-Materialien, sondern auch die Verarbeitung, die Schutzklasse und die Art des Verschlusses. Erst das Zusammenspiel aller Komponenten entscheidet darüber, ob der Inhalt Ihrer Tasche wirklich trocken bleibt.