Was bedeutet IP67 bei Taschen und Rucksäcken? Und warum sagt die Schutzklasse nicht alles aus?
Wer nach einem hochwertigen Outdoor-Rucksack oder einer wasserdichten Tasche sucht, begegnet früher oder später der Bezeichnung IP67. Doch was bedeutet diese Schutzklasse eigentlich? Garantiert sie, dass eine Tasche vollständig wasserdicht ist? Und worauf sollten Sie beim Kauf wirklich achten?
Gerade beim Wandern, Kajakfahren, Stand-Up-Paddling, Segeln oder auf Reisen spielt ein zuverlässiger Schutz vor Wasser eine entscheidende Rolle. Die IP-Schutzklasse liefert dabei wichtige Informationen – sie ist jedoch nur ein Teil des Gesamtbildes.
In diesem Artikel erfahren Sie, was IP67 bedeutet, welche Missverständnisse es häufig gibt und warum neben der Schutzklasse auch Material, Verarbeitung und Verschlusssystem entscheidend sind.
Was bedeutet die IP-Schutzklasse?
Die Abkürzung IP steht für Ingress Protection und beschreibt, wie gut ein Produkt gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist.
Die beiden Ziffern hinter „IP“ geben Auskunft über den jeweiligen Schutzgrad. Gerade bei Outdoor-Ausrüstung und wasserdichten Taschen helfen sie dabei, Produkte besser miteinander zu vergleichen.
Eine ausführliche Erklärung aller IP-Schutzklassen finden Sie in unserem FAQ-Bereich: IP-Schutzklassen – FAQ
Was bedeutet IP67?
Eine Tasche mit der Schutzklasse IP67 bietet einen hohen Schutz gegen Staub sowie gegen zeitweiliges Untertauchen im Wasser.
Gerade für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Kajakfahren, Kanufahren, Stand-Up-Paddling oder Segeln bietet diese Schutzklasse ein hohes Maß an Sicherheit für Kleidung, Elektronik und andere Wertgegenstände.
Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Schutzklasse immer unter definierten Prüfbedingungen ermittelt wird. Im praktischen Einsatz spielen noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.
IP67 ist wichtig – aber nicht alles
Viele Käufer achten ausschließlich auf die IP-Kennzeichnung. Dabei entscheidet nicht nur die Schutzklasse darüber, wie zuverlässig eine Tasche vor Wasser schützt.
Ebenso wichtig sind:
- das verwendete Material
- die Verarbeitung
- verschweißte oder genähte Nähte
- das Verschlusssystem
- die gesamte Konstruktion der Tasche
Erst das Zusammenspiel dieser Eigenschaften sorgt dafür, dass Wasser zuverlässig draußen bleibt.
Ein wasserdichtes Material allein genügt nicht
Materialien wie PVC, TPU oder beschichtetes Cordura® bieten hervorragende Voraussetzungen für wasserdichte Taschen.
Dennoch macht ein wasserdichtes Material allein noch keinen wasserdichten Rucksack.
Wer mehr über den Unterschied zwischen wasserabweisenden und wasserdichten Taschen erfahren möchte, findet weitere Informationen in unserem Artikel „Wasserdicht oder wasserabweisend – was ist der Unterschied?“.
Auch der Verschluss spielt eine wichtige Rolle
Neben Material und Verarbeitung beeinflusst auch die Art des Verschlusses die Wasserdichtigkeit erheblich.
Ein Rolltop-Verschluss reduziert potenzielle Eintrittsstellen für Wasser, garantiert jedoch nicht automatisch eine IP67-Zertifizierung. Ebenso gibt es Reißverschluss-Rucksäcke, die je nach Konstruktion einen sehr guten Schutz gegen Feuchtigkeit bieten.
Welche Unterschiede die beiden Verschlusssysteme aufweisen, erfahren Sie in unserem Artikel „Rolltop-Rucksack oder Reißverschluss – Welche Lösung ist besser?“.
Typische Missverständnisse rund um IP67
Ist jeder Rolltop-Rucksack automatisch IP67?
Nein. Ein Rolltop-Verschluss allein sagt nichts über die tatsächliche Schutzklasse aus.
Ist PVC automatisch wasserdicht?
Das Material selbst kann wasserdicht sein. Entscheidend ist jedoch, wie die gesamte Tasche verarbeitet wurde.
Ist Cordura® automatisch wasserdicht?
Nein. Cordura® steht in erster Linie für eine hohe Abriebfestigkeit. Erst in Kombination mit geeigneten Beschichtungen und einer wasserdichten Konstruktion entsteht ein zuverlässiger Schutz gegen Wasser.
Reicht ein wasserdichter Reißverschluss aus?
Auch ein wasserdichter Reißverschluss allein macht eine Tasche nicht automatisch vollständig wasserdicht. Material, Nähte und Konstruktion spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Wann lohnt sich ein IP67-Rucksack?
Ein wasserdichter Rucksack mit IP67 eignet sich besonders für:
- Wanderungen
- Bergtouren
- Kajakfahren
- Kanufahren
- Stand-Up-Paddling (SUP)
- Segeln
- Reisen
- Fahrradtouren bei wechselhaftem Wetter
Wer regelmäßig draußen unterwegs ist, schützt damit Kleidung, Elektronik und persönliche Gegenstände deutlich besser vor Regen und Spritzwasser.
Beispiele für IP67-Rucksäcke und wasserdichte Ausrüstung
Für Outdoor-Abenteuer, Wanderungen und Wassersport bietet Zulupack® verschiedene Produkte mit IP67-Schutz.
Der Zulupack® Indy 20L IP67 ist ein wasserdichter Rucksack für Tageswanderungen, Reisen und aktive Freizeitgestaltung.
Wer mehr Stauraum benötigt, findet im Zulupack® Indy 25L IP67 einen vielseitigen Begleiter für längere Touren und Wochenendausflüge.
Für anspruchsvollere Outdoor-Einsätze wurde der Zulupack® Triton 25L IP67 entwickelt. Er kombiniert robuste Materialien mit einer durchdachten Konstruktion und eignet sich hervorragend für Wanderungen sowie Wassersport.
Auch wasserdichte Dry Bags der Zulupack® Tube Serie sowie die Document Pocket und das Phone Kit bieten zuverlässigen Schutz für Kleidung, Dokumente und elektronische Geräte.
Fazit
Die Schutzklasse IP67 ist ein wichtiger Anhaltspunkt beim Kauf eines Outdoor-Rucksacks oder einer wasserdichten Tasche. Sie zeigt, dass ein Produkt unter definierten Bedingungen einen hohen Schutz gegen Staub und Wasser bietet.
Mindestens genauso wichtig sind jedoch die verwendeten Materialien, die Qualität der Verarbeitung, verschweißte Nähte und das richtige Verschlusssystem. Erst das Zusammenspiel all dieser Eigenschaften sorgt dafür, dass Ihre Ausrüstung auch bei Regen, auf Wanderungen oder beim Wassersport zuverlässig trocken bleibt.
Weitere Informationen zu den verschiedenen IP-Schutzklassen finden Sie jederzeit in unserem FAQ-Bereich.